Landschaftlich reizvolle Skitour auf einen Modeberg im Sellrain, an dem man selten allein unterwegs ist – zumindest an sonnigen Wochenenden im Winter und Frühjahr.
Landschaftlich reizvolle Skitour auf einen Modeberg im Sellrain, an dem man selten allein unterwegs ist – zumindest an sonnigen Wochenenden im Winter und Frühjahr.
Nach unserer schönen Skitour auf die Lampsenspitze und den Praxmarer Grieskogel tags zuvor, starten Freddy, Jana und ich recht entspannt gegen 9:45 Uhr am Parkplatz in Haggen in Richtung Zwieselbacher Rosskogel. Die Tour auf diesen beliebten 3000ern ist aufgrund der nordseitigen Ausrichtung und der moderaten Steilheit eine Tour, die sowohl im Winter als auch im Frühjahr hervorragend begangen werden kann.
Die beiden Schlüsselstellen sind die „Untere Zwing“ und die „Obere Zwing“. Diese können skitechnisch durchaus anspruchsvoll sein, gerade bei Vereisung. Auch die Lawinenlage sollte hier beachtet werden.


Von Haggen gehen wir bequem im Talboden auf dem Wanderweg taleinwärts und passieren schon bald die sogenannte „Untere Zwing“. Freddy und Jana legen in weiser Voraussicht schon am Einstieg in die vereiste Steilstelle die Harscheisen an. Ich gehe die erste Passage, die etwas flacher ist noch ohne hinauf und sehe dann aber über mir schon den ersten Harscheisen-Verweigerer auf mich zufliegen. Glück für mich und ihn, dass er auf einer Schneebrücke liegen bleibt und nicht im eiskalten Bach landet, das wäre sonst ein sicherer Rettungseinsatz für die Bergrettung geworden.

Ich lege Harscheisen und zuletzt geht es mit Ski in der Hand eine steilere Passage um einen Felsen herum aus der Zwing heraus.

Zügig geht es für uns durch das Tal durch bis zum „Muggenbichl“, ein Talboden auf knapp 2200 m, wo die Route nach Osten abknickt. Durch ein schönes und geschütztes Tal gehen wir in Richtung der „Oberen Zwing“. Diese ist skitechnisch unkritisch, lediglich die darüberliegenden Hänge müssen ob der Lawinenlage beurteilt werden. Am heutigen Tag ist dies für uns jedoch kein Thema und so sind wir auch hier zügig durch.

Wir folgen dem Tal wieder in Richtung Südwesten am Kraspessee vorbei und erreichen schon bald den unschwierigen, aber etwas steileren Hang, welcher auf das Plateau des Kraspesferner hinaufleitet. Der Gletscherrest ist spaltenlos und so bemerken wir gar nicht, dass wir uns auf Gletschereis bewegen, als wir nach längerer Zeit mal wieder die Gesichter in die Sonne strecken dürfen.


Auch dieses Teilstück ist schnell passiert und wir wenden uns zuletzt in Richtung Westen und queren in ein hochgelegenes Becken unterhalb des Gipfels hinein. Kurz inspiziere ich die Nordflanke bzgl. einer möglichen Skiabfahrt, entscheide mich dann aber aufgrund >40° und des immer noch latent vorhandenen Triebschneeproblems dagegen. Vom Skidepot stapfen wir in ein paar Minuten zum Gipfel auf 3081 m.

Was für ein Panorama. Die Gegend besticht einmal mehr durch hochalpine Szenerie und wenig sichtbare Zivilisation in alle Richtungen. Wir genießen die verhältnismäßig milden Temperaturen in der Höhe und bleiben ein paar Minuten an diesem schönen Gipfel.


Zurück am Skidepot steigen wir auf der anderen Seite noch ein paar Meter in die Sonne auf, bevor wir abfellen. Leider bleibt mir zum wiederholten Male Fellkleber an den Ski hängen (war leider die letzte Tour dieser Felle), was die Abfahrtsfreude zu Beginn etwas schmälert.

Trotzdem ist die weitgehend schattseitige Abfahrt größtenteils spaßig. Harschige Passagen wechseln sich mit ein wenig konserviertem Pulver ab und mit etwas Geduld (viele Querfahrten) findet man immer wieder einen schönen pulvrigen Korridor.
Ohne größere Umschweife fahren wir die über 1400 Höhenmeter bis nach Haggen ab und zuletzt geht es auf dem Wanderweg das Kraspestal hinaus. Aufgrund des Regens ist der Schnee hart wie Beton und wir sind froh, dass wir einen hohen Ausgangspunkt gewählt hatten.
Der Abschluss der Tour ist die Einkehr im Forellenhof, der zwar keine Fische mehr im Angebot hatte, jedoch eine gigantische Portion Knödel.
Fazit
Der Zwieselbacher Rosskogel ist eine schöne und lange Skitour im Sellrain. Aufgrund der moderaten Hangneigung ist die Tour auch im Hochwinter gut machbar. Lediglich die Passagen der beiden Zwingen müssen „passen“. Viel frischer Neuschnee oder schlecht verbundener Triebschnee können hier zum Problem werden. Schneetechnisch dürfte sich auch weit ins Frühjahr hinein die Abfahrtsfreude „halten“, denn bei frühem Aufbruch kann man sehr viele schattseitige Abfahrten erwischen.